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Die Pflegeversicherung sichert seit 1994 einen Teil der Risiken bzw. Folgen der Pflegebedürftigkeit ab. Das Pflegeversicherungsgesetz (Sozialgesetzbuch XI – SGB XI) regelt, was Pflegebedürftigkeit im Sinne des Gesetzes heißt und unter welchen Voraussetzungen Leistungen gewährt werden. Mit einer grundlegenden Reform, die in zwei Stufen zum 1. Januar 2016 und zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist, wurde die Definition der Pflegebedürftigkeit dahin gehend verändert, dass nicht mehr ausschließlich körperlich bedingte Einschränkungen ausschlaggebend sind, sondern geistig und psychisch bedingte Einschränkungen der Selbstständigkeit bei der Einschätzung eines Pflegebedarfs gleichrangig berücksichtigt werden. Dies bedeutet vor allem für Menschen mit Demenz eine deutli­che Verbesserung im Vergleich zum bisherigen Recht.

Daher erhalten Sie nachfolgend  Informationen zu dem neuen Begutachtungsverfahren und einen Überblick über die wichtigsten Leistungen, die Sie als Pflegebedürftiger in Anspruch nehmen können und Ihnen zustehen.

Einen Antrag auf einen Pflegegrad können Sie bei Ihrer zuständigen Pflegekasse stellen. Um Leistungen zu erhalten, muss der Umfang der Pflegebedürftigkeit vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) festgestellt werden.Bei diesem „Einstufungsbesuch“ müssen auch die pflegenden Angehörigen befragt werden. Gerade bei demenzkranken Menschen ist es unabdingbar, dass Gutachter die Aussagen von Angehörigen oder Pflegekräften mit berücksichtigen, da die Leistungsfähigkeit des Kranken in der Begutachtungssituation deutlich besser als im normalen Alltag sein kann. Die Verfas­sung Demenzkranker kann immer wieder schwanken. Ange­hörige können zu ihrer Unterstützung eine Vertrauensperson (auch z. B. von einer Selbsthilfegruppe, Pflegestützpunkt oder einem am­bulanten Pflegedienst) hinzuziehen.

Mit dem neuen Begutachtungsinstrument und den Modulen aus den 6 Lebensbereichen ist die Definition von Pflegebedürftigkeit nach der Ge­setzesreform so weit gefasst, dass eine gesonderte Erhebung von demenzbedingten Einschränkungen nicht mehr erforder­lich ist.

Viele Leistungen der Pflegeversicherung werden häufig gar nicht in Anspruch genommen, da sie meist nicht bekannt sind. Beispielsweise der Entlastungsbetrag von 125,- €, der nun allen eingraduierten Pflegebedürftigen (Pflegegrad 1 – 5) monatlich zusteht.

WICHTIG:Diese „Entlastungsleistungen“ müssen nicht monatlich verbraucht werden – es besteht die Möglichkeit, sie "anzusparen". Restansprüche des Vorjahres können bis einschließlich Juni des Folgejahres in Anspruch genommen werden. Dann verfällt der Anspruch auf diesen Betrag. Da nur anerkannte Leistungserbringer diesen abrechnen können, erfolgt keine Auszahlung wie beim Pflegegeld.

Ebenso stehen allen Leistungsempfängern der Pflegekasse zudem noch Leistungen für Verhinderungspflege, für die Kurzzeitpflege, zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel, für Wohnungsanpassungsmaßnahmen usw. zu. Einzelheiten entnehmen Sie der nachstehenden Tabelle oder den Informationsblättern in der Verlinkung.

Leistungsart

Pflegegrad 1

Pflegegrad 2

Pflegegrad 3

Pflegegrad 4

Pflegegrad 5

Pflegesachleistung gemäß § 36 SGB XI

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689 €

1.298 €

1.612 €

1.995 €

Pflegegeld gemäß § 37 SGB XI

_

316 €

545 €

728 €

901 €

Beratungseinsatz, § 37 Abs. 3 SGB XI

Halbjährlich (auch) optional bei Bezug von Pflegesachleistung

23 €

23 € (verpflich-tend halb-jährlich bei Pflegegeld-bezug)

23 € (verpflich-tend halb-jährlich bei Pflegegeld-bezug)

33 € (verpflich-tend halb-jährlich bei Pflegegeld-bezug)

33 € (verpflich-tend halb-jährlich bei Pflegegeld-bezug)

Verhinderungspflege (bis 6 Wochen oder auch stundenweise) durch Pflegedienst gemäß § 39 SGB XI

1.612 € zzgl. maximal 806 € aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Kurzzeitpflege

(insgesamt bis zu 2.418 €)

Tages- und Nachtpflege gemäß § 41 SGB XI

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689 €

1.298 €

1.612 €

1.995 €

Kurzzeitpflege (bis zu 8 Wochen im Kalenderjahr) gemäß § 42 SGB XI

1.612 € zzgl. maximal 806 € aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Verhinderungspflege

(insgesamt bis zu 3.224 €)

Vollstationäre Pflege gemäß § 43 SGB XI

125 € als Zuschuss gemäß § 43 Abs. 3 SGB XI

770 €

1.262 €

1.775 €

2.005 €

Entlastungsbetrag gemäß § 45b SGB XI

125 €

Für nach Landesrecht anerkannte Angebote gemäß § 45a Abs. 4 SGB XI Übertragung von max. 40 % aus dem Sachleistungsbudget

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275,60 €

519,20 €

644,80 €

798,00 €

Pflegehilfsmittel gemäß § 40 Abs. 2 SGB XI

40 €

Wohngruppenzuschlag gemäß § 38a SGB XI

214 €

Wohnumfeldverbes-sernde Maßnahmen

Bis zu 4.000 € je Maßnahme


https://www.deutsche-alzheimer.de/unser-service/informationsblaetter-downloads.html

 

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Ihr Ansprechpartner:

Pflegestützpunkt
Landkreis Fulda
Herr Martin Kersting
Telefon: 0661 / 6006-8782
E-Mail: Martin.Kersting
@landkreis-fulda.de

Internet:
pflegestuetzpunkt-fulda.de

Termine & Veranstaltungen:
für pflegende Angehörige und betroffene Personen

2. Ebersburger Seniorentreffen

Freitag, 21. September 2018, ab 14 Uhr
Bürgerhaus Ried
Einladung

3. Demenz-Info-Tag "Gemeinsam geht es besser"

22.09.2018, 10 – 14 Uhr
Aula der Dalbergschule, Fulda
Schirmherr: Dr. Wingenfeld
Info-Stände und Vorträge
10.00 Uhr
Begrüßung und Grußworte
10.30 Uhr
Vortrag „Wir machen das Beste draus – Umgang mit
Herausforderndem Verhalten", Frau Wittig, Dr. Kießling, Klinikum Fulda
11.15 Uhr
Vortrag „Motorisches und mentales Training für Menschen mit Demenz", 
Frau Hell-Rest, Tagespflege Immanuel Haus Bethanien
11.45 Uhr
Information und Austausch an den Ständen
14.00 Uhr
Schlusswort
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> Alle Termine

– Rat und Hilfe für Menschen mit einer Demenzerkrankung und deren pflegende Angehörige –
Das DemenzForum-Fulda ist eine Initiative von der Stadt und dem Landkreis Fulda